Über zahlreiche Kurven führt die Nationalstrasse A28 von Landquart Richtung Davos-Klosters. Besonders in den Wintermonaten, wenn viele Skifahrer in die Berge pilgern, kommt es zu grossem Verkehrsaufkommen. Seit Ende Juni 2016 ist nun der Umfahrungstunnel Küblis offen. Mit dem 2255 Meter langen Tunnel wird die Ortschaft erheblich vom Durchgangsverkehr entlastet. Der Neubau entspricht den Richtlinien des Bundesamtes für Strassen (ASTRA). Diese fordern Sicherheitsstollen und modernste Technik bei der Sicherheitseinrichtung. So sorgen im Tunnel und in den Nebengebäuden Branddetektionssysteme für eine zuverlässige Alarmierung. Diese neuartige Lösung von Siemens, die Videoüberwachung mit einer Ereignisdetektion mit Radar kombiniert, ist hier erstmalig in der Schweiz im Einsatz.

Erfolgreicher Pilotversuch

Im Winter stellt besonders Schneefall die Videokameras bei der zuverlässigen Ereignisdetektion immer wieder vor neue Herausforderungen. Deshalb ist eine Lösung gefragt, die witterungsunabhängig ist und in jedem Fall zuverlässig detektiert. Gemeinsam mit dem ASTRA hat sich das Tiefbauamt Graubünden deshalb für einen Pilotversuch mit einer radar- und videobasierten Ereignisdetektion entschieden. Das System wurde während den Wintermonaten im Viamala-Tunnel getestet. Ziel war es, im Portalbereich Ereignisse auf der Fahrbahn verlässlich und bei jeder Witterung zu erkennen. Die Radartests verliefen erfolgreich, wohingegen die Videodetektion bei schwierigen Wetterverhältnissen wie Schnee, Regen oder Dunkelheit eingeschränkt war. Dank dem erfolgreichen Testlauf entschied sich das Tiefbauamt Graubünden, das System erstmals in einem Tunnelneubau, dem Küblisertunnel, einzusetzen.

Im Tunnel sind insgesamt 30 IP-Kameras sowie zwei Radars an den Portalen installiert und an das Videomanagementsystem Siemens Network Video Recording (SiNVR) angeschlossen. Die Radartechnologie im Aussenbereich kann perfekt durch das Videosystem «Tunnel Automatic Incident Detection» (Tunnel AID) im Innenbereich ergänzt werden. Die Kombination beider Technologien erlaubt eine zuverlässige Detektion. Auf Basis von Ereignismeldungen erfolgt schliesslich die automatische Aufschaltung der Live-Bilder, sowohl in der Einsatzleitzentrale der Kantonspolizei Graubünden in Chur als auch in der Betriebsleitzentrale des Tiefbauamts Graubünden in Thusis. Das ermöglicht die unmittelbare Überprüfung der Echtheit der Ereignisse und im Notfall die rasche Einleitung geeigneter Massnahmen.

Für die Sicherheit im Tunnel nur das Beste

Um für die schwierigen Umgebungsbedingungen die geeignete Kamera zu eruieren, wurden Kameratests durchgeführt. «Uns war die Kameraqualität für die speziellen Lichtverhältnisse im Tunnel besonders wichtig. Erst nach ausgiebigen Tests konnten wir eine nachhaltige Entscheidung treffen», erklärt Sandro Mura, Leiter Informatik bei der Sektion Technik des Tiefbauamts Graubünden. Mit der Zusammenarbeit mit Siemens ist Sandro Mura sehr zufrieden: «Siemens hat uns als langjähriger Partner kompetent unterstützt. Mit der neuen Technologie erhoffen wir uns überall eine zuverlässige Ereignisdetektion – auch im Portalbereich und in der Vorzone.»

Weitere Informationen
Siemens Schweiz AG
Eduard Lehmann
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