Für dieses Projekt haben die Potsdamer Verkehrsbetriebe eine Combino-Strassenbahn zur Verfügung gestellt. Das Entwicklungsfahrzeug hat – salopp ausgedrückt – «digitale Augen», die aus Lidar-, Radar- und Kamerasensoren bestehen und das Verkehrsumfeld des Fahrzeugs ständig erfassen. Das eigentliche «Gehirn» sind komplexe Algorithmen, welche die jeweilige Fahrsituation interpretieren und bewerten. Sie sind auch in der Lage, eine Prognose zur weiteren Entwicklung abzugeben und lösen die erforderliche Reaktion des Trams aus. Dank künstlicher Intelligenz kann das selbstfahrende Tram auf Strassenbahnlichtsignale achten, an den Haltestellen stoppen und eigenständig auf Gefahren wie kreuzende Fussgänger oder Fahrzeuge reagieren.

«Diese Weltpremiere zeigt, wie wir die Mobilität der Zukunft aktiv gestalten. Unsere autonome Strassenbahn kann bereits in diesem Entwicklungsstadium die wesentlichen Fahraufgaben im realen Strassenverkehr meistern», sagte Sabrina Soussan, CEO von Siemens Mobility. «Mit dem Kollisionswarnsystem ‹Siemens Tram Assistant›, das unter anderem bei unserem Avenio M in Ulm zum Einsatz kommt, haben wir bereits Serienreife erreicht – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum autonomen Fahren. Indem wir Züge und  Infrastruktur intelligent machen, können wir Verfügbarkeiten garantieren und die Sicher-heit im Nah- und Fernverkehr erhöhen», erklärte Sabrina Soussan weiter.

Das im Rahmen der Innotrans vorgestellte autonome Tram ist nicht für den kommerziellen Einsatz ausgelegt. Ziel des Entwicklungsprojekts war es, die technologischen Herausforderungen des autonomen Fahrens unter realen Einsatzbedingungen zu erfassen, Lösungsansätze dafür zu entwickeln und zu testen.