Seit der Eröffnung der Produktionsstätte von Ferring an seinem Hauptsitz in St. Prex bei Lausanne im Jahr 2006 besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Unternehmen und Siemens Schweiz. Ferring wählte Siemens für die gesamte Gebäudeinfrastruktur als Partner, da Siemens über umfassendes Know-how und Erfahrungen in Bezug auf die speziellen Bedürfnisse in dieser Branche verfügt. Mit einem breiten Produktprogramm war Siemens in der Lage, individuelle Lösungen für die speziellen Anforderungen des Pharmaunternehmens zu realisieren.

Maximale Energieeffizienz bei optimalen Temperaturen

In den Anlagen von Ferring wurde eine sogenannte Total Building Solution (TBS) auf Basis bewährter Standards implementiert. Bei TBS handelt es sich um intelligente Gebäudetechnik, die sämtliche Gewerke in einem Gebäude vereint. Bei Ferring wurden alle technischen Anlagen in zwei getrennte Gebäudemanagementsysteme – in validierungspflichtige und in nicht-validierungspflichtige – integriert. Durch spezielle HLK-Anwendungen und -Applikationen wird in den Büros und im Atrium nicht nur eine optimale Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sondern auch maximale Energieeffizienz gewährleistet. Das validierte Überwachungssystem, das Infocenter von Siemens, speichert in den validierten Bereichen langfristig alle für die Qualität der Gebäude- und Prozessumgebung wichtigen Datenn auf einem gesonderten Server. Eine Remote-Desktop-Funktion ermöglicht den Zugriff von jedem Ethernet-Port im Gebäude. Die Regelung durch die Gebäudeautomation sorgt für einen laminaren Luftstrom, um eine Kontamination der Materialien zu verhindern und die Mitarbeitenden zu schützen.

Siemens-Lösungen für reibungslosen Betrieb

Im Kühlhaus werden die empfindlichen Endprodukte bei genau definierter Temperatur und Luftfeuchtigkeit gelagert, um ihre Stabilität und Integrität sicherzustellen. Die Überwachung des Kühlraums ist direkt an das Gebäudemanagement- und Aufzeichnungssystem angebunden, um die Einhaltung aller umgebungsrelevanten Vorschriften jederzeit nachweisen zu können. Rohmaterial, Verpackung und fertige Produkte werden in grossen Hallen gelagert. Um konstante Raumbedingungen zu gewährleisten, wird bei Ferring die Raumtemperatur in verschiedenen Höhen gemessen und daraus ein Mittelwert gebildet, der zur Regelung einer konformen Umgebungsbedingung herangezogen wird. Ein validiertes Zutrittskontrollsystem von Siemens sorgt dafür, dass niemand die Produktionslinie wechselt, ohne sich vorher einer speziellen Reinigungsprozedur zu unterziehen. Somit wird die Gefahr der Produktkontamination wesentlich minimiert. Neueste Brandmeldeanlagen, ein Videoüberwachungssystem, eine Gasdetektion sowie eine automatische Löschanlage sorgen für einen reibungslosen Betrieb sowie für hohe Sicherheit und Verfügbarkeit der Anlagen. Seit der Inbetriebnahme wurde die Gebäudeinfrastruktur laufend mit Siemens-Technologie erweitert und modernisiert. «Für die Produktion benötigen wir modernste Technologie – die Produkte von Siemens werden diesem Anspruch gerecht. Wir profitieren sehr von dieser Zusammenarbeit», sagt Lars Peter Brunse, Vizepräsident Technical Operations von Ferring Pharmaceuticals.

Automatisierungs- und Antriebstechnik

Ferring setzt auch bei der Automatisierungs- und Antriebstechnik auf Siemens und hat speicherprogrammierbare Simatic S7-Steuerungen – darunter die neuste S7-1500 –, dezentrale Peripherie vom Typ ET 200SP, eigensichere dezentrale Simatic ET 200iSP für den explosionsgefährdeten Bereich sowie Antriebstechnik installiert. Für die Steuerung und Kontrolle kommen verschiedene HMI-Lösungen zum Einsatz. Die Programmierung erfolgt schnell und flexibel über die Engineering-Plattform TIA Portal. Damit lassen sich sowohl ältere als auch neuere Geräte in einem System verwalten, verändern und steuern.