In 15 Jahren werden knapp 60 % der Menschheit in Ballungszentren leben. Bis 2050 sollen es aktuellen Prognosen zufolge sogar 70 % sein – und somit fast so viele Menschen, wie heute insgesamt auf der Erde leben. Das Beunruhigende daran: Schon heute entstehen bis zu 70 % der weltweiten Treibhausgasemissionen in Städten. Fast 90 % der weltweiten Stadtbevölkerung atmet somit Luft ein, deren Belastung deutlich über den empfohlenen Grenzwerten liegt. Und bereits jetzt kämpfen viele Städte mit Wohnraummangel, überlasteten Infrastrukturen, gefährdeter Wasser- und Energieversorgung. Hinzu kommt die zunehmende Bedrohung durch Naturkatastrophen, verursacht durch den Klimawandel.

Saubere Luft statt Smog, sauberes Trinkwasser für alle

Die Vorstellung, dass sich diese Trends so weiter entwickeln, ist erschreckend und alarmierend. Und nicht zuletzt deshalb gibt es berechtigte Hoffnung, dass sich diese Trends umkehren lassen. Saubere Luft statt Smog, entspannte Mobilität statt verstopfter Wege, ausreichend sauberes Trinkwasser statt Wasserquellen, die Krankheitserreger in sich tragen, bezahlbarer Strom aus regenerativen Quellen statt schmutziger Energie. Der Weg dorthin führt in ein Zeitalter der Digitalisierung, in dem Städte wie grosse Computer funktionieren. Und viele Metropolen sind – zumindest in Teilen – schon auf dem Weg dorthin. Sie sind auf dem Weg, im modernsten Sinne schlau zu sein: auf Basis von Daten. Und mithilfe einer Vielzahl ausgeklügelter Technologien.

In einem ersten Schritt geht es darum, das Wissen um die Stadt zu erweitern. Schon jetzt sammeln in jeder Metropole zig Sensoren und Zähler Daten jeglicher Art. Wie aus diesen Big Data schlaue, nutzbare Smart Data werden können, das ist die Frage und somit die Herausforderung für die Stadt der Zukunft. Antworten dazu liefert schlaue Software, wie sie heute bereits in unterschiedlichster Art im Einsatz ist. Präzise Vorhersagen, basierend auf präzise erfassten Daten, sind der Kern fast aller Bereiche einer schlauen Stadt. So werden beispielsweise intelligente Stromnetze Stromschwankungen als Folge wechselnder Wetterlagen ausbalancieren können. Schon jetzt sind Aussagen dazu möglich, wie sich eine Flotte von E-Autos in das Gebäudemanagement integrieren lässt und dort als Energiespeicher fungieren kann.

Neue Märkte durch das Internet der Dinge und Smart Data

Das Internet der Dinge als Vernetzungstechnologie und Smart Data als Prognose-Technologie werden die Zukunft der Smart Cities prägen. Beispielsweise lassen sich Erzeugung und Verbrauch genauer aufeinander abstimmen als je zuvor, die wachsende Dezentralisierung meistern, Wärme- und Strommarkt verschmelzen, Industrieanlagen, Gebäude und Verkehr als Energiedienstleister integrieren. Die Möglichkeiten der Vernetzung der Stadt und ihrer Akteure sind faszinierend. Dieses Ziel verfolgt auch die City Intelligence Platform. Dabei handelt es sich um eine zu Forschungszwecken entwickelte zentrale Informations- und Datenanalyseplattform, die alle Daten einer Stadt zusammenführt, auswertet und Handlungsanweisungen liefert, wie sich Kosten sparen und Emissionen reduzieren lassen.